Mario Winkler & Björn Bartheidel in Voices of M&A

Wer Björn Bartheidel, CEO Europa der Syntax, und Mario Winkler, dort verantwortlich für M&A, im Voices-of-M&A-Doppelinterview gleichzeitig hört, bekommt eine ungewöhnliche Perspektive auf den deutschen Transaktionsmarkt: die eines IT-Dienstleisters, der M&A aus beiden Stühlen kennt – als Objekt und als Akteur. 2019 wurde aus der Freudenberg IT die Syntax Europa, eingegliedert in eine kanadische, 1972 gegründete und seit 2016 von der PE-Gesellschaft Novacap getragene Mutter. Seitdem hat Syntax selbst mehrere Akquisitionen getätigt und begleitet zugleich seine Kunden – produzierende Industrie ist der Schwerpunkt – durch ihre eigenen Carve-Outs und Integrationen.

Was Syntax bei der MAED 2026 als Exklusivsponsor gezeigt hat, ist eine Verschiebung in der Wahrnehmung von ERP- und IT-Modernisierung. „Früher gab es das Stereotyp: IT kostet Geld, ist nur Ausgaben", sagt Bartheidel. „Der Mehrwert war nicht immer so gesehen." Hinzu kam, dass ERP-Projekte über Jahre den Ruf hatten, weder zeit- noch budget- noch qualitätsgerecht abzuschließen. Beides – Wahrnehmung und Realität – habe sich verändert. Mario Winklers Use Case mit der Firma Neptune Energy belegt, was damit gemeint ist: ein Vor-Carve-Out als Sprungbrett für eine größere Transaktion, durchgezogen in sechs Monaten und neun Tagen. „Die neun Tage ärgern uns alle bis heute", sagt Winkler trocken. Mehrere Zuhörer hätten sich nach dem Vortrag mit den Worten gemeldet: „Das, was auf deinen Folien stand, das war mein Playbook."

Die zweite große Bewegung, die Syntax bespielt, ist KI – und auch hier sind Bartheidel und Winkler bemerkenswert nüchtern. „AI steht auf jedem Zettel drauf. Jeder hat AI als Ziel, aber es ist nur die Überschrift." Die Masterclass „prompting like a pro" sollte ein Gegengift sein – konkrete Fälle, konkrete Anwendung, konkrete Effizienzgewinne. In Carve-Out-Projekten nutzt Syntax die Technologie inzwischen produktiv: Dokumentation wird zur Knowledge Base für Agenten, die End-User im täglichen Betrieb stützen oder beim Testen helfen.

Den Wechsel vom Konzern-IT-Beiwerk zur PE-eigenen Spezialeinheit hat Bartheidel selbst miterlebt. Der erste Satz, den Global CEO Chris Primo dem Management beibrachte, sei gewesen: „Know your numbers." Das sei „komplett anders" als bei Freudenberg gewesen – aber „wenn man den Regeln folgt, macht es richtig Spaß, weil dann kann man wachsen und richtig coole Dinge umsetzen". Auf die Frage, wo Syntax 2035 stehen werde, antwortet Winkler ohne Pose: „Ich denke nicht in 10-Jahreszyklen. Keine Chance."

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